10th Anniversary #1
Geschrieben vor, auf den Monat genau zehn Jahren und Heute in einem alten Notizbuch wiedergefunden.
Mir ist als würde hier nichts gescheh'n, Sich die Sonne noch immer um die Erde dreh'n, Zuviel gehasst und zuwenig geliebt, Sind wir das einzige was uns im Leben blieb, Zuviel verloren und nichts gewohn'n, Alles ist uns zwischen den Fingern zerron'n, Wir sind gestorben als wir begann'n zu leben, Und auf diese Art wollen wir nach Ewigkeit streben?Remember, Remember
Am gestrigen Abend ergab es sich so, das ich mal wieder eine kleine Exkursion durch mein CD - Regal unternahm. Bei einem solchen Anlass werden immer mal wieder alte Erinnerungen wach, denn viele Musikstücke sind doch untrennbar mit gewissen Ereignissen verbunden welche man nie wieder im Leben vergisst.
Den Anfang machten Clawfinger mit Out To Get Me. Ich hatte die CD schon eine weile bis sie endlich Gelegenheit erhielt sich für alle Zeiten in mein Gehirn einzubrennen. Ich stand auf dem Bahnhof in Postmünster. Einem der einsamsten die ich in meine Leben erleben durfte. Mit den Kopfhörern in den Ohren und bei voller Lautstärke brüllte mir Zak Tell immer wieder jene Zeile in meinen Verstand. Ich befand mich auf dem Weg nach Pfarrkirchen, um mich dort im Reisebüro über den dürftigen Service während des gerade erst vergangenen Gran Canaria - Urlaub zu beschweren. Wie sich zeigen sollte, erfolgreich, da wir einen gewissen Betrag erstattet bekamen. Das Lied an sich hatte sicherlich nichts damit zu tun, vielmehr half mir an jenem Tag einfach nur meine Stimmung weiter, welche sich nach dem Erwerb einer X-Box deutlich steigerte.
Als nächstes wurde Son Goku eingelegt. Nicht unbedingt der grösste Wurf den Thomas D. in seiner Karriere gelandet hat, doch Song Nummer 4 (Alle für jeden) hatte schon was und schaffte es, im letzten Jahr unserer Lehre zu einer Art Hymne zu werden.
Zur selben Zeit schaffte es auch Toxicity von System of a Down uns zu fesseln. Stundenlang ergingen wir uns in versuchen die Texte zu interpretieren. Ob wir richtig lagen oder nicht wurde nie geklärt, doch eine gehörige Menge Spass hatten wir dabei.
Während mein Bruder versuchte sich Dreadlocks eindrehen zu lassen, hörte ich mir Wages Of Sin von The 69 Eyes an. Das tolle daran ist, das das hören von Musik nicht von Erfolg gekrönt sein muss. Die Dreadlocks ereilte leider das gleiche Schicksal.
P.O.D. hatten in Deutschland nicht viele Hits, doch einer von ihnen war Youth Of The Nation. Leider schafften sie es nicht die beste Version zu spielen. Das nahm ihnen eine Coverband auf einem Open Air in der nähe von Schleitz ab. Bis heute unvergessen.
Während ich als armer Assistent verschiedener Werbefotografen durch Stuttgart pilgerte versüßten mir, wenn man das so sagen kann, die Neurotic Outsiders das Leben.
In Service des schon erwähnten Gran Canaria - Urlaubes überstand ich mit viel guter Laune, schliesslich hatte ich ja Urlaub, und Slither von Velvet Revolver.
Während wir auf dem Weg nach Kairo mitten in der Nacht durch die Wüste Ägyptens fuhren hörte ich immer und immer wieder Mouth von Paradise Lost. Brennende Gasflammen standen wie Wegweiser in der Dunkelheit. In Kolonne wurde gefahren. Ein schwer bewaffnetes Fahrzeug voraus und eines hinterher.
David Bowie in München
Endlich sollte es soweit sein. Ich sollte David Bowie live sehen. Einige vergebliche versuche lagen schon hinter mir, und einige Jahre hatte ich gedacht, das ich es nie schaffen würde einen meiner Lieblingsmusiker auf der Bühne erleben zu dürfen.
Seit 1996 und der CD Outside war ich seiner Musik verfallen. Im selben Jahr schlug auch der erste versuch eines seiner Konzerte zu besuchen fehl. Es mangelte mir einfach am nötigen Kleingeld. Als Assistent im Werbefotografenhandwerk verdient man sich eben kein kleines Vermögen zusammen. Also musste ich mich mit einer Aufzeichnung seines Konzertes auf der Loreley zufrieden geben. Ein echter Ersatz die Konserve selbstverständlich nicht, aber immerhin besser als gar nichts. Mein verlangen steigerte sich dadurch aber nur noch mehr.
Den zweiten Versuch startet ich im Jahr 2002, als es hiess, das das Konzert im Sommer in Köln das einzigste in Deutschland sei, welches Mr. Bowie zu geben gedenke. Karten bekam man demnach kaum und so ging ich lehr aus, da mich ein Bieter bei Ebay um hundert Euro überbot. Hundert Euro, die ich mir nicht mehr leisten konnte. Wieder sass ich mit leeren Händen da, hatte aber auf die Art mehr Zeit mich auf die Prüfung vorzubereiten. War aber auch kein Trost.
Nur wenige Monate später sollte der dritte Versuch dann endlich glücken. Kurz nach besagtem Konzert in Köln wurden einige Zusatzkonzerte angekündigt, darunter eines in München. Sofort kümmerte ich mich um Karten bekam auch welche. Meine Freude, als sie per Post bei mir ankam war unbeschreiblich. Die Wartezeit auf das Ereignis aber wie immer im Leben viel zu lange.
Am 29. September 2002 war es dann so weit. Den Tag vertrieb ich mir mit Freunden im Olypmiapark, wo wir uns bei schönem Wetter auf einer Wiese niederließen und den Sonnenschein genossen. Gegen neunzehn Uhr begab ich mich zur Olympiahalle, wo man kurz dem Soundcheck lauschen konnte. Speed of Live wurde gespielt und stimmte mich gleich richtig auf das Konzert ein. Nach betreten der Halle gönnte ich mir erst das obligatorische Tour - T - Shirt dann ein Bier. Die Bühne war eher schlicht gehalten. Keine grosse Videoleinwand als Hintergrund, sondern lediglich in Falten gelegter Stoff. Davor stand in grossen, beleuchteten Lettern BOWIE. Davor wiederum sollte in wenigen Minuten die Band erscheinen. Das Saallicht ging aus. Mike Garson betrat die Bühne, setzte sich hinter seine Keyboards und lies die ersten klänge von Life on Mars erklingen. Wenige Sekunden später betrat David Bowie die Bühne. Dieser Abend hätte, währe es nach mir gegangen, niemals enden müssen. Doch leider tat er das nach ca. 2 1/2 Stunden mit Ziggy Stardust.
Doch ich wurde entschädigt, den einige Monate später sollte ich ihn im Laufe seiner Reality Tour ein weiteres mal in Stuttgart sehen.
“Nein, dafür bist du noch zu klein.”
Wir schrieben den Monat August des Jahres 1982. An diesem, wenn ich mich noch recht erinnere, sonnigen Tag, ging ich mit meiner Mutter in den einzigen Lebensmittelladen den das Dorf in dem wir damals lebten zu bieten hatte, um einige Dinge einzukaufen welche für das tägliche Leben unverzichtbar waren. Für mich, einen sechsjährigen Jungen, waren die Prioritäten aber etwas anders gelagert als sie es bei meiner Mutter waren, und so befand ich mich schon einige Sekunden nach betreten des Geschäftes genau dort, wo sich meine Lebenswichtigen Dinge befanden. Bei den Comics. Batman, Spiderman und Superman. Die Namen kannte ich damals zum Teil noch nicht, da ich einfach noch nicht in der Lage war sie zu entziffern, doch ich wusste wie sie aussehen. Bunte Kostüme und ungeheure Kräfte nannten sie ihr eigen. So wollte ich auch sein, oder, noch viel besser. Es währe doch toll, fliegen zu können wie Superman, Die Höhle und das Auto von Batman zu haben und die Fähigkeit Wände zu erklimmen und Spinnweben zu verschiessen wie Spiderman. Der Hacken bei Spiderman war allerdings, das er seine Netzt immer selber falten musste, und das hörte sich echt nach Arbeit an, weshalb ich mir nie ganz sicher war, ob es eine gute Eigenschaft währe, die Netzt verschiessen zu können. Als Anzug würde ich den von Batman wählen. Der sah viel cooler aus als alle anderen zusammen. Ausserdem hatte Batman einen anderen grossen Vorteil all den anderen gegenüber. Er musste nicht arbeiten gehen. Bruce Wayne war Millionär und konnte den lieben langen Tag machen was er wollte. Die mit Abstand beste Superheldenfähigkeit die man haben kann. Also zog ich das kleine, dünne und, für heutige Massstäbe, billige Heftchen aus dem Regal, und lief zu meiner Mutter.
“Mamma, kann ich das ich haben?” Die Frage wurde selbstverständlich mit einem Unterwürfigen Gesichtsausdruck, der zur Schau stellen sollte das ich kein Wässerchen trüben könne, vorgetragen. Ich behielt ihn so lange bei, bis meine Mutter das Heft durchgeblättert hatte.
“Stell es wieder zurück, dafür bist du noch zu jung.”
Meine Enttäuschung kannte keine Grenzen.
“Ach bitteeeeeeeeeee.”
“Nein, dafür bist du noch zu klein. Such dir bitte etwas anderes aus.”
Voll Trauer stellte ich das Heft wieder ins Regal zurück.
“Kann ich ein Supermanheft haben?”
Noch während ich die Frage formulierte wurde mir klar, das ich nicht mit einer positiven Antwort rechnete.
“Von mir aus.”
Ich konnte es kaum glauben, griff mir meine Eroberung. Während ich das Heft durchblätterte und die herrlichen Zeichnungen darin bewunderte ging der Rest des Einkaufes an mir vorbei. Tagelang legte ich das Heft nur wiederstrebend aus der Hand. Ehrlich gesagt nur dann, wenn ich dazu gezwungen wurde.
Jahrelang blieb Superman meine Nummer Eins unter den Superhelden. Spiderman wurde weitgehend ignoriert. Von Batman hatte ich mich verabschiedet nachdem ich den, da muss man einfach ehrlich sein, unglaublich schlechten Film Batman Hält Die Welt In Atem gesehen hatte. Selbst im Alter von zehn Jahren waren Batman und Robin mehr als lächerlich in diesem Machwerk. Wer mag schon lächerliche Superhelden?
Doch alles änderte sich als 1989 Tim Burtons Batman auf die Leinwand kam und ich nicht anders konnte als ihn mir zweimal unmittelbar hintereinander anzuschauen. Dieser Batman war so gar nicht mehr lächerlich. Superman wurde wieder von Platz 1 verdrängt. Dieser Zustand hält auch bis heute an und, so glaube ich, wird sich auch so schnell nicht mehr ändern.
Eine Sache die sich jedoch geändert hat, ist, das ich mir mittlerweile Batman Hält Die Welt In Atem gerne mal anschaue, ohne das ich gleich vom Glauben abfalle. Es ist wie mit allem Schlechten. Wenn es erstmal schlecht genug ist, wird es irgendwie auch schon wieder gut. John Carpenters Darkstar an.
Die besten TV – Serien aller Zeiten
Würde man mich heute fragen, welche Fernsehserien ich momentan am liebsten sehe, würde ich als Erstes und ohne zu zögern sagen: Battlestar Galactica. Ich war äusserst skeptisch als ich hörte, das man eine meiner alten Lieblingserien wiederbeleben möchte. Und obwohl ich mich darauf freute, hatte ich auch Angst davor, denn vieles müsste geändert werden, denn was in den Siebzigern noch funktionierte, mutet heute oft lächerlich, an den Haaren herbeigezogen und absolut unglaubwürdig an. Allerdings würde dadurch auch sehr viel verlosen gehen was das Original ausgemacht hatte. Was also hatte man zu erwarten?
Eine riesige Überraschung. Denn, man hatte vom Original nur noch wenige Teile der Geschichte, einige Namen, und eben die Äussere Erscheinung der Galactica übrig gelassen. Der Rest hatte sich einfach in Luft aufgelöst. Baltar war zwar noch immer der Verräter (wenn auch eher unfreiwillig), Commander Adama noch immer der weise alte Mann des Schiffes und Apollo, was allerdings nur noch sein Rufname als Pilot war und nicht mehr sein wirklicher Name, sein Sohn. Starbuck und Boomer war eine Frauen, Colonel Tigh war kein Afroamerikaner mehr und überdies ein schwerer Trinker. Adama war auch nicht länger der unangefochtene Commandant über den noch lebenden Teil der Menschheit, sondern hatte es jetzt mit einer Präsidentin zu tun, die ihm mehr als einmal das Leben schwer machte.
Auch das Design hatte sich geändert. Alles sah enger, dreckiger und glaubwürdiger aus. Die Galactica war nicht mehr das Flaggschiff, sondern ein fünfzig Jahre alter Kahn, der auf dem Weg gewesen war um ausser Dienst gestellt und in ein Museum umgewandelt zu werden. Also nicht das, was man aus der Originalserie gewohnt war. Man hatte eigentlich nur die wichtigsten Teile übrig gelassen und den Rest neu, aber sehr gut um dieses Gerüst herumgebaut. Und genau aus diesem Grund funktionierte die Neuauflage auch so gut. Es war nicht versucht worden etwas vollkommen Neues zu machen, hatte sich aber auch weit genug vom Original entfernt um nicht lächerlich zu wirken. In jedem Fall hatte man es besser gemacht als J.J. Abrams bei Star Trek.
Das eigentliche Problem und der Ursprung dafür, das ich nur noch eine aktuelle Lieblings - TV - Serie habe ist, das die Serien, die man sich wirklich anschauen kann entweder spät abends laufen, oder es sie einfach nicht mehr gibt. Früher, in den achtzigern, liefen noch tolle Serien im Vorabendprogramm der ARD oder des ZDF. Was da heute alles so gesendet wird möchte ich an dieser Stelle nicht kommentieren, würde man aber meinen Gesichtsausdruck sehen können, wüste man sofort bescheid. In meiner Kindheit liefen noch Sachen wie Simon und Simon oder Ein Trio Mit Vier Fäusten. Diese Serie hat alles was sie brauchte. Zwei harte Kerle, einen Computerfreak mit einer Brille auf der Nase die das halbe Gesicht unkenntlich machte und einer wunderbaren Schmalzfrisur. Einen Roboter zwei Boote und den wohl coolsten Hubschrauber der Geschichte (wenn man mal von Little Nelly absieht). Die Geschichten wirken zwar heute nicht mehr ganz so taufrisch, waren aber nach dem damaligen Standart toll.
Oder Robin Hood. Noch heute ist diese Englische Fernsehserie für mich das Mass aller Dinge wenn es um Verfilmungen dieses Stoffes geht. Sie war cool, was Robin Hood eigentlich immer ist, und darüber hinaus auch noch glaubwürdig. So wie diese Jungs wollte ich immer sein. Abgesehen davon, das sie immer in Freien schlafen mussten. Das ganze Ungeziefer und Wind und Wetter ausgesetzt zu sein war dann doch nicht ganz mein Ding. Dann doch lieber Ein Colt Für Alle Fälle. Der hatte nicht nur ein Tolles Auto und eine Badewanne hinter dem Haus, sondern auch noch Jody, damals wirklich ein Traum.
Etwas später kamen dann noch Star Trek, The Next Generation, Sledge Hammer, Hardcastel und McCormick, A - Team, Ein Duke Kommt Selten Allein und Knight Rider, dessen Wiederbelebung im letzten Jahr man getrost vergessen konnte, obwohl K.I.T.T von einem TransAm in einen Ford Mustang verwandelt wurde, dem aber irgendwie die Eleganz des Vorgängers fehlte. Ganz zu schweigen von gewissen Fähigkeiten, die noch unglaubwürdiger waren als die der Urversion. Die ist Kult und daran lässt sich einfach nicht Rütteln.
Alles, was diese Serien hatten, haben die heutigen zum grossen Teil nicht mehr. Die Heutigen haben zwar bessere Bild und Tonqualität, sowie bessere Effekte, doch das was die alten auszeichnete haben sie verloren: Witz, Originalität, Spannende Geschichten, zum grossen Teil am Abgrund zum Absurden und vor allem machte das Zuschauen Spass und das ist doch bei einer Serie mit das Wichtigste.
Von Guns N’ Roses bis Velvet Revolver
Ich war ein Fan von Guns N' Roses. Seit ich 1987 die ersten Klänge von Appetite of Destruction vernommen hatte, war es um mich geschehen. Paradise City und Sweet Child o' Mine bliesen mich in gleicher weise weg wie Welcome to the Jungle und Nightrain.
Dann war Ruhe, bis ich 1991 Use Your Illusion I und II in die Hände bekam. Die Titel auszuzählen, welche mir am wichtigsten waren, ist ob der Menge schier nicht möglich. Bedauerlich war nur, das danach nichts mehr von der Band kam, was man sich anhören konnte. zwar gab es noch ein weiteres Studioalbum (The Spaghetti Incident), das aber erstens nur aus Coverversionen bestand und zweitens einfach nicht gut war, ebenso wie das 1999 erschienene Livealbum Live Era '87 - '93. Dann kam lange nichts mehr. Hin und wieder tauchte Axl Rose auf und dann schnell auch wieder ab. Hin und wieder gab es so etwas wie einen neuen Song, der aber auch nichts gutes verhiess. Die übrigen Bandmitglieder hatten sich schon lange von Guns N' Roses verabschiedet und verfolgen eigene Produkte. Slash hatte sich ein eigenes Studio geleistet und es Snakepit genannt, ebenso wie seine neue Band. It's 5 O'Clock Somewhere hiess das Album und liess mich wieder erbeben, denn sie klangen beinahe wie Guns N' Roses, nur eben ohne Axl, dafür aber, neben Slash mit Matt Sorum, Dizzy Reed und Gilby Clarke die ebenfalls bei Guns N' Roses gewesen waren. Somit war beinahe die ganze Band wieder beisammen.
1996 kam dann wieder eine neue Band mit ehemaligen Mittgliedern. Die Neurotic Outsiders. Steve Jones, Matt Sorum, Duff McKagan und John Taylor hatten sich zu einer relativ bunten Mischung zusammengefunden. Ein wenig Angst hatte ich, als ich las, das sich hier zwei Mal Guns N' Roses, einmal Sex Pistols und einmal Duran Duran zusammengefunden hatten um gemeinsam Musik zu machen. Irgendwie erwartete ich, eine Mischung aus Guns N' Roses, den Sex Pistols mit einigen Synthesizerklängen zu hören. Also Wild Boys, nur eben ein wenig härter. Ich fragte mich, ob ich etwas derartiges hören wollte.
Also zog ich einen schönen Tages los, und kaufte mir auf dem Weg zu meiner Arbeitsstelle die CD, legte sie in meine Diskman ein und drückte auf Play. Der erste Song den ich hörte hiess Nasty Ho und war absolut nicht das, was ich erwartet hatte. Er war hart, gut und mit deftiger Sprache versehen. Er hatte alles was man von einer Mischung von Guns N' Roses und den Sex Pistols erwartet, doch Gott sei Dank ohne jeden Einfluss von Duran Duran. Leider war nach einem Album wieder Schluss, den Steve Jones hatte sich dazu entschlossen eine Reunion - Tour mit den alternden Sexpistols zu spielen, was er sich und uns besser erspart hätte.
Bis ins Jahr 2002 sollte es dauern bis wieder ein Lichtblick in Sicht kam. Velvet Revolver hatten sich gegründet. Mit Slash, Duff McKagan und Matt Sorum hatten sich wieder drei ehemalige Kampfgefährten von Axl Rose zusammengefunden, um gemeinsam mit Scott Weiland und Dave Kushner eine Band zu formen, die im Jahr 2004 ihre erste Platte herausbrachte und 2007 die Zweite. Wieder hauten mich die Jungs um. Seit sie bei Guns N' Roses ausgestiegen waren hatten sie sich nicht einmal zusammengefunden und dabei nicht vernünftiges zu Wege gebracht. Ganz im Gegenteil zu Axel Rose, welcher seit beinahe zehn Jahren kein vernünftiges Stück Musik mehr herausgebracht hatte.
Die ersten Klänge der Band hörte ich im Urlaub auf Gran Canaria. Slither hiess der Song und er war hervorragend.Vollkommen hin und weg war ich dann,als ich im Jahr 2007 das Video zu She builds quick Machines vom zweiten Studioalbum sah. Scott Weiland war als Clint Eastwood ausstaffiert. Dort rettete er einen Engel aus den Klauen einiger Bösewichte. Es ist ja bekannt, das das zweite Album immer eine wahre Feuerprobe ist. Aber nach diesem Song, und dem Genuss des Albums, war ich überzeugt. Leider hielt meine Überzeugung nicht lange an, denn im April 2008 stieg Scott Weiland aus der Band aus um wieder mit seiner alten, den Stone Temple Pilots zu spielen. Seither ist der vortgang der Geschichte ein weiteres Mal ungewiss.
Doch schon bald war wieder neues in Sicht, oder sagen wir besser Neues Altes, den Axl Rose hatte es endlich geschafft ein weiteres Studioalbum aufzunehmen und zu veröffentlichen. Selbstverständlich unter dem Bandnamen Guns N' Roses. Und wieder muss ich sagen, das ich begeistert, in diesem Fall sogar sehr überrascht war, den im Gegensatz zu Metallica, deren neueste Platte doch eher enttäuschte, hatte Mr. Rose es geschafft ein anständiges Album zu machen.
Ich bin nun gespannt was als nächstes kommt und wie die Geschichte von Guns N' Roses und den ehemaligen Mitgliedern weitergeht.
Drei Damen und eine Flasche Whiskey
Es war ein schrecklich kalter Abend gewesen. Die Sonne hatte sich schon gegen sechs Uhr dazu entschieden die Erde nicht länger zu erhellen, oder wenigstens den Flecken, an dem wir uns gerade befanden. Wir, das waren die Auszubildenden einer schon öfter an dieser Stelle erwähnten Schule mit angeschlossenem Wohnheim. Eben dort befanden wir uns und fragten uns, was wir mit diesem langweiligen Abend noch so alles würden anfangen können. Da wir gerade erst angereist waren und uns monatelang nicht gesehen hatten, gab es selbstverständlich eine ganze Menge zu erzählen. Doch irgendwann gehen einem die Geschichten nunmal aus. Selbst bei mir kommt das hin und wieder vor. Die Frage ist nur, was man macht wenn dieser Punkt einmal erreicht ist. Ganz einfach. Man sucht sich jemanden der in der Lage ist ein Fahrzeug zu steuern, drückt ihm fünfzig Deutsche Mark in die Hand und sagt ihm, das er doch bitte für das Geld eine Flasche Johnny Walker und ein paar anständige Bier mitbringen soll. Ja, bitte nicht wundern, ich habe mich nicht vertippt, dieses Ereignis fand wirklich zu einer Zeit statt, in der es noch die gute alte Deutsche Mark gab. Nein, ich werde jetzt hier an dieser Stelle nicht über den Euro klagen, da brauch sich jetzt niemand vor zu fürchten.
In Gesellschaft von drei netten, sehr ansehnlichen Jungen Damen begab ich mich schon mal in mein Zimmer, wohin die Getränke geliefert werden sollten, und sorgte für ein wenig musikalische Untermalung. Kaum hatte die CD den zweiten Titel angespielt klopfte es an der Tür. Ich öffnete, bin ja ein höflicher Kerl, obwohl mir der Sinn nicht so recht danach stand. Eigentlich waren schon ausreichend Personen anwesend, jedenfalls nach meinem Geschmack.
Ein junger Kerl mit in einem Chimseepulover steckte den Kopf durch die Tür und meinte nur, das er gehört habe das es hier Whiskey gäbe. Das es noch nicht ganz so weit währe aber schon in Bälde damit zu rechnen sei entgegnete ich und liess ihn hinein.
Zu meinem Entsetzten erhoben sich die drei Damen in just diesem Moment. Ich fragte warum sie denn schon gehen wollten und zu meiner Erleichterung kam nur die Antwort, das wir ja wohl noch einige Gläser bräuchten, womit sie vollkommen richtig lagen, was ich zu jenem Zeitpunkt aber noch nicht wusste. Fünf Minuten später waren sie wieder da. Nicht nur mit einem Haufen Gläsern, nein, sie hatten auch den Herrn im Schlepptau, der Whiskey und Bier in seinem Besitz hatte, der hatte aber wiederum auch noch einige Leute mitgebracht, die aber Gott sei Dank ihre eigenen Getränke dabei hatten. So artete das Ganze in ein Besäufnis aus, an dem gut und gerne fünfzehn Personen beteiligt waren. Am Ende waren nicht nur einige Bier meine Kehle hinunter geflossen, sondern auch gut eine halbe Flasche Whiskey. An der anderen hälfte war der Junge Kerl in dem nicht ganz so tollen Chimseepulli, der mittlerweile auch zum Glück Geschichte ist. ordentlich beteiligt gewesen. Die netten Jungen Damen, waren ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr von Interesse, weswegen ich noch heute ein kleine Träne im Knopfloch habe. Dafür lernte ich an jenem Abend meine zukünftigen besten Freund und Trauzeugen kennen. Viel ist seitdem Geschehen, doch die Freundschaft hält noch immer. Was so ein Whiskey und der Kater am nächsten Tag nicht alles bewirken kann. Es sollte aber nicht der letzte in jenem Block gewesen sein, den an seinem Ende hatte ich acht leere Flaschen zu entsorgen. Das sollten wir nie wieder übertreffen, egal wie sehr wir uns auch bemühten.
Shit happens
Es gibt Momente im Leben, da wähnt man sich in einem Film. Genauer gesagt, in einem Trickfilm. In einem jener, in denen Daffy Duck von einer Wolke verfolgt wird, die sich lediglich über ihm entleert und über niemandem anders. Die restlichen Beteiligten bekommen vielleicht den ein oder anderen Spritzer ab, die Hauptlast hat aber doch immer Daffy zu tragen. Wer jetzt der Meinung ist, das so etwas im wahren Leben niemals möglich sei, den sollte die nun folgende Geschichte eines Besseren belehren.
Es war einer jener Tage, an denen sich das Wetter nicht recht entscheiden konnte ob es nun gut oder schlecht sein sollte. Die Sonne schien, aber es hätte auch jeden Moment beginnen können zu regnen. An eben jenem Tag hatte mein bester Freund das dringende, stressbedingte Bedürfnis einen kleinen Spaziergang durch den Wald machen zu müssen. Kein grosses Problem, den unsere Schule, mit angeschossenem Wohnheim, direkt an einem solchen lag. Beinahe hätte man denken können, das bei der Planung krawallbedingte Lautstärke mit in Betracht gezogen worden war, den wir hatten nicht nur einen Wald als Nachbar, sondern sonst auch keine weiter erwähnenswerten. Wir wohnten sozusagen am Ende der Welt. Niemand in Reichweite den man hätte stören können. Was noch besser war, war das auch niemand in Reichweite war, der uns hätte grossartig belästigen können. Manche Sachen haben eben mehr Vor - als Nachteile.
Mein Kumpel stiefelte also los. Stundenlang trabte er nachdenklich und mit Problemen belastet durch das Unterholz, bis ihm irgendwann ein übler Geruch in die Nase stieg, welcher ihn, ob seiner übelkeiteregenden Eigenschaften, sofort zur Umkehr bewegte.
Seltsamerweise schien ihm der Geruch, oder seien wir doch lieber ehrlich, der Gestank, zu folgen, was ihn aus mir bis heute unbegreiflichen Gründen zu keinerlei bedenken anregte. So trabte er, stets verfolgt von Gestank, nicht nur durch das halbe Wohnheim, nein, er kam auch noch auf die wenig rühmliche Idee mein Zimmer zu betreten und mir mitzuteilen, das es, wo auch immer er sich gerade aufhalte, ganz fürchterlich stinke. Da mir der Geruch selbstverständlich auch sofort in die Nase gestiegen war, fragte ich ihn, ob er eventuell in irgendetwas hineingetreten sei. Es bestünde ja durchaus die Möglichkeit. Er machte ein Leicht betretenes Gesicht und sah, leider erst jetzt, unter seinen Schuhen nach, nur um das unwahrscheinliche bestätigt zu sehen. Scheisse am Hacken. Komischerweise war er bis zum Erblicken der Selbigen davon überzeugt, das ihm diese eine, im wahren Leben nicht existente Zeichentrickwolke folgen würde. Leider war dem nicht der Fall, den in diesem Falle hätte ich die Sauerei nicht auf meinem Boden gehabt, wo sie für eine leichte üble Note sorget, wie übrigens auch im Flur, den von dort waren schon die Fragen zu hören, was denn hier so erbärmlich rieche.
Nachdem er also nun des Drecks an seinem Fuss gewahr geworden war, hatte er eine weitere glorreiche Idee. Er begab sich auf den Balkon unseres Zimmers und schmierte, just in dem Augenblick, in dem mein Mitbewohner den Raum betrat, die Kacke an eine Kannte. Es erübrigt sich zu sagen, das das nur für ihn die Lösung des Problems war, denn nachdem er den Boden gesäubert hatte verliess er den Raum, was jedoch nicht bedeutete das er den Gestank auch mitnahm, denn die Balkontüre stand noch offen und von dort aus, besser gesagt, von jener Kannte aus, fanden die Gase der Überreste der Schuhsäuberungsaktion noch immer ihren Weg in unser Domizil.
Wir entfernten alles, was nicht ohne Geruchsbelästigung war, versprühten etwas Deo und sorgten so für ein wenig Wohlgeruch. Im Flur sah die Situation noch nicht ganz so entspannt aus. Zwar war der Fussboden auch dort gesäubert worden, doch hielt sich noch immer ein sehr hartnäckiger Geruch. Wir griffen uns also ein weiteres mal das Deo und verhalfen der Luft auch dort zu einer besseren Qualität. Leider ist es immer sehr schwer es allen Parteien Recht zu machen, den wenige Sekunden, nachdem wir wieder in unserem Zimmer verschwunden waren, war eine Äusserung zu vernehmen die ich leider nicht ganz verstehen konnte.
“Hier stinkt's wie im Puff.”
"Vorher roch es nach Scheisse."
Meine Mitbewohner meinte daraufhin lediglich, “Shit happens.”
Das Gesicht im Dach
Kinder neigen dazu Dinge zu sehen die nicht da sind. Der Geist, oder das Monster unter dem Bett oder im Wandschrank, imaginäre Freunde oder Haustiere, die durchaus etwas für sich haben den sie kosten kein Geld und machen keinen Dreck. Wie dem auch sei, auch ich hatte meine Momente in denen ich dachte, das ich da etwas sehe, das nicht da war.
Es geschah im Haus meiner Grossmutter, in welchem wir auch einige Jahre wohnten. Ich war so im Alter zwischen zwei und vier Jahren, als ich es zu ersten mal bemerkte. Das Gesicht im Giebel. Sie kennen doch diese Runden Fenster, eben an jener Stelle, an welcher das Dach zu einer Spitze wird und auf die Wand trifft. In jenem Dreieck befand sich das Fenster in welchem ich ein Gesicht zu sehen glaubte. Die Augen unbeweglich aber doch stets auf mich gerichtet. Das ausdruckslose Gesicht war immer da, bei Tag und bei Nacht. Sobald es auch nur dämmerte konnte ich es erkennen. Ich traute mich kaum noch auf den Balkon unserer Wohnung. Stets behielt ich das Fenster im Auge, in der Angst was da wohl noch so alles kommen könnte. Dann zogen wir aus. Nur noch im Urlaub beobachtete mich der alte Mann. Den Rest des Jahres hatte ich Ruhe, auch wenn ich irgendwie immer das Gefühl hatte, das da jemand ist, der ein Auge auf mich wirft.
Einige Jahre später wurde das Fenster dann zugemauert. Das Gesicht mit den durchdringenden Augen war verschwunden. Für immer.
Vor kurzem waren wir dann wieder bei meiner Grossmutter zu Besuch. Abends sassen wir im Esszimmer zusammen und unterhielten uns. Irgendwann bemerkte einer der anderen, das die Nachbarn es nach Jahrzehnten irgendwann endlich geschafft hatten das Fenster zuzumauern. Meine Oma meinte ganz beiläufig, das damit dann auch endlich dieses elende Gesicht, welches auf dem Bild zu sehen gewesen war, das, um das Fenster zu verschließen, davor gehängt worden war. Ich dankte ihr dafür, das sie mich endlich aufgeklärt hatte. Ich hatte mir doch nicht alles eingebildet. Das Gesicht war wirklich da gewesen.
Prüfung
Es war der Tag vor den alles entscheidenden Prüfungen. Drei sollten es sein, an einem Tag. Unter ihnen die wichtigste, Technologie. Drei Jahre hatten wir gekämpft und gestopft um Stoff in unsere Köpfe zu bekommen. Wer es bis zu jenem Tag nicht geschafft hatte, der hatte einfach Pech gehabt. Dem Herrn dankten wir es, das wir .anscheinend nicht zu jener Spezies gehörten, welche angestrengt vor ihren Büchern und, falls überhaupt vorhanden, Notizen sass. Eben jener gute Freund, welcher erst mein Trauzeuge werden sollte bevor ich der seine sein sollte, hatte mich geben ihn abzufragen, da es sich um ein schwieriges Thema handelte. Das wurde schon am frühen Nachmittag erledigt, so das wir uns gegen später den wichtigen Dingen zuwenden konnten. Dem Genuss alkoholischer Getränke, was an jenem Abend natürlich nicht in jenem Maße stattfand wie es üblicherweise der Fall war. Schliesslich sollte am nächsten Morgen eine Prüfung geschrieben werden. Bald hatte sich in unserem Zimmer eine kleine Gruppe von fünf bis sechs Leuten eingefunden, welchen es allen ähnlich ging wie uns. Die Musik war laut und ebenso gut wie die Stimmung. Gegen ein Uhr in der Nacht ging es dann schliesslich ins Bett. Ein Teil war nur alkoholisiert, ein anderer nur bekifft. Ein dritter Teil unserer Gruppe hatte beides kombiniert. Wer's verträgt?
Am nächsten Morgen, dem der Prüfung, quälten wir uns mit dicken Köpfen aus dem Bett. Das Frühstück viel sehr sparsam aus. Literweise wurde der Kaffee in möglichst kurzer Zeit konsumiert. Die Wirkung hielt sich so sehr in Grenzen, das ich, auf einer der Bänke vor dem Schulgebäude beinahe eingeschlafen währe während die Farmer Boys End of all Days in meine Gehirnwindungen grölten. Noch heute, quasi als Erinnerung an jenen glorreichen Tag, besitze ich eben jenen Minidisc - Player der mir sagte was die Stunde geschlagen hatte. Der legende nach, soll wirklich der ein oder andere an eben jenes Lied von Metallica gedacht haben.
Irgendwann war es dann so weit, ich wurde geweckt und man begab sich in jenen Raum, welcher dazu ausersehen war, uns für den Tag der Prüfungen zu beherbergen. Man könnte auch sagen, wir betraten freiwillig unsere Folterkammer. Wir setzten uns an unsere Plätze und bekamen wenige Minuten später unsere Prüfungen ausgehändigt. Das war dann auch jener Moment, in dem ich begann nervös zu werden. Alle anderen werden im Vorfeld einer Prüfung nervös, ich leider währenddessen. Doch auch das legte sich nach dem ersten Durchlesen der Aufgaben wieder, denn, wie soll ich es ausdrücken, diese Aufgaben waren ein Geschenk Gottes. Eigentlich bin ich ja kein besonders gläubiger Mensch, doch hin und wieder komme ich nicht umhin, an die Existenz von etwas zu glauben, das irgendwie doch immer alles so hinbiegt wie es sein sollte. Nach dem Gesichtsausdruck unseres Lehrers zu urteilen ging es ihm in jenem Moment ähnlich. Kein Gedanke wurde mehr verschwendet an Worte wie END OF ALL DAYS oder FOR WHOM THE BELL TOLLS.
Nach dem Mittagessen gönnte ich mir erst einmal ein Bierchen, bevor es dann entspannt an die letzt Etappe ging. Was soll ich sagen, wieder lief alles, in diesem Fall allerdings wieder erwarten, ganz gut und so konnten wir eine Woche später unsere Gesellenbriefe in Empfang nehmen.
Auf die Idee gebracht auch mal etwas über meine Abschlussprüfung zu schreiben wurde ich hier.


















