Kaffee am Morgen
Sitze in der Nähe eines Autohofes in einem Schnellrestaurant, trinke Kaffee,höre den anderen Gästen bei ihren Unterhaltungen zu. Zuhören ist allerdings nicht ganz so einfach, denn die zu laute Musik aus unzähligen, kleinen, schier unauffindbaren Boxen macht dieses Unterfangen zu einer Herausforderung der meine Hörorgane nicht so recht gewachsen zu sein scheinen. Währe die Musik wenigstens gut, könnte man ja drüber nachdenken die Prioritäten noch einmal zu überdenken. Leider ist sie es aber nicht, den man scheint sich dazu entschieden zu haben das schlechteste was die letzte Dekade zu bieten hatte hier und heute zu gehör zu bringen. Möchte die Flucht ergreifen, geht aber nicht, meine Kaffeetasse ist noch voll und ich möchte die zweifünfzig die mich das Getränk gekostet hat ungerne in den Wind schießen.
Um mich ein wenig abzulenken ziehe ich den Laptop aus meiner Tasche. Nach dem Schild zu urteilen welches unweit von mir hängt gibt es hier die Möglichkeit über WLan ins Weltweite Netz zu kommen. Und das, zu allem Überfluss auch noch umsonst. Gerät wir in Betrieb genommen. Die eingebaute Wi-Fi Karte ist umgehend verbunden. Zu meiner Überraschung öffnet sich der Browser. Die Seite die er mir anzeigt teilt mir mit, das ich, um meinen Zugangscode zu erhalten, doch bitte meine Mobiltelefonnummer angeben soll. Via SMS erhalte ich dann den Code und, wir leben ja leider Gottes in Zeiten des Datenweitergabe und des Datenklaus, unerwünschte Mitteilungen und Anrufe. Ich gehe an die Theke um die netten Menschen dort zu fragen, ob es nicht eine andere Option gäbe um an den Zugangscode zu kommen. Zu ihrem Bedauern sei dem nicht so, teilt mir die nette Dame mit, woraufhin der Herr mit dem Irokesen hinter mir ausspricht was ich denke: "Das ist aber blöd."
Ich setzte. mich wieder an meinen Tisch und frage mich, ob es wirklich Menschen gibt die ihre Handynummer beliebig weitergeben? Hört man nicht immer wieder vom Missbrauch persönlicher Daten? Ich für meinen Teil bin mit derlei Informationen recht geizig geworden. Angaben werden nur dort gemacht wo sie sicher sind. Es liegt durchaus im Bereich des Möglichen das ich ein wenig paranoid bin, Schizophrenie liegt allerdings auch im Bereich des möglichen. Immerhin betreibe ich einen Blog, twittere, bin bei Facebook und Last.fm angemeldet. Dort allerdings kann ich, in gewissen Grenzen meine Persönlichen Angaben meinen Bedürfnissen anpassen. Telefonnummer angeben oder Adresse ist zwar erwünscht, muss aber nicht sein. So wird der Laptop, während mich Germanys - Next - Top - Model - Werbung beschallt, wieder in die Tasche verfrachtet. Da surfe ich doch lieber mit dem Handy. Ohne WLan und mit kleinem Bildschirm.



















March 3rd, 2010 - 10:36
Irgendwie grenzen Blogger schon ein bisschen an Schizophrenie. Auf der einen Seite schreiben sie ungehemmt über ihr Leben bzw. geben ihre Meinung zu bestimmten Sachen ab und das öffentlich. Andererseits scheuen sie doch die Preisgabe von Handynummern und anderen Daten.
Wobei ich das mit der Handynummer durchaus nachvollziehen kann, damit könnte ja auch wieder ungewollt ein Abo entstehen. Ist zumindest bei vielen Internetseiten so. Meistens steht es dann auch unten drunter, mittlerweile. Aber auch nur wenn man seine Brille auf hat.